Dienstag, 27. November 2007

Bei Liv in Cusco, Machu Picchu und Titicacasee

Bitte lest Livs Blog wenn euch interessiert, wie unsere 5-tägige Reise an den Titicacasee verlaufen ist. Ich komme gerade nicht dazu, hier einen ausführlichen Beitrag zu schreiben:

http://www.7-monate-peru.blogspot.com/

































































Cusco, Saqsaywaman, Machu Picchu, Sillustani, Titicacasee (Urosinseln)

Donnerstag, 8. November 2007

Familie und Peru

Andere Länder, andere Sitten. Nach einem Monat sind mir schon viele Merkwürdigkeiten peruanischen Lebens aufgefallen. Nicht unbedingt negativ, aber für mich manchmal gewöhnungsbedürftig.
Lima ist ein einziges Durcheinander- so zumindest für mich. Läuft man auf dem Gehweg- wenn es denn einen gibt- einer etwas größeren Straße, ist das ein ganz anderes Gefühl, als in Deutschland. Ständig hupende Autos, wildes Durcheinander auf der Straße, fast niemand beachtet die Regeln, sieht es die Polizei kann man mit vielleicht 20 Soles diese bestechen usw.. In Peru wird leider auch überhaupt keine Rücksicht auf Fußgänger genommen. Auch wenn die Ampel für Fußgänger grün ist, heißt das nicht, dass man sie auch überqueren kann..);
Für was ist sie denn da?? Und ich frage mich auch, für was es die vielen Zebrastreifen gibt, die noch weniger, also garnicht, beachtet werden. Es gibt keine Fahrpläne für Busse. Kommen zwei Busse mit dem gleichen Fahrtziel zur selben Zeit an eine Bushaltestelle, fahren sie Wettrennen. Zeit ist Geld. Ja das merkt man deutlich in Lima. Geld kommt vor Sicherheit.
Eine komische Regel ist zum Beispiel auch: Auf dem Rücksitz im Auto muss man sich nicht anschnallen. Nur auf dem Fahrer-und Beifahrersitz. Wieso das denn? Die Antwort die ich bekomme: Ist einfach so... Ok aber ich schnalle mich trotzdem an.
Oder ein Supermarktbesuch ist auch etwas anders als in Deutschland. Überall im Supermarkt stehen Leute, die einem irgendwas präsentieren wollen. Hier das neuste Schampoo, da ein Stück Käse... Ist ja manchmal ganz nett, aber ich will doch nicht den Service mitbezahlen. Wenn man eine Rolltreppe hinunterfährt, steht jemand da, um einem zu helfen, den Einkaufswagen über die Schwelle der Rolltreppe zu schieben.
Und anscheinend ist der Begriff Umweltschutz hier noch nicht wirklich gehört worden. An der Kasse wird einem alles in meist kleine Tüten eingepackt. Wenn ich dann sage "no gracias.. ich brauche keine Tüte für mein Twix!!" oder so ähnlich, werde ich schräg angeschaut. Auch Obst, das in Netze eingepackt ist, wird schon im Supermarkt zum Wiegen nochmal in eine Plastiktüte eingepackt und an der Kasse dann nochmal. Zuhause schmeißen die Leute die Tüten dann weg.. ja das gibt es auch in Deutschland, aber das ist nicht zu vergleichen. Mit einem größeren Einkauf hat man dann hunderte Tüten Zuhause.
Viele Waren, vorallem Süßigkeiten gibt es nur in ganz kleinen Verpackungen. So ähnlich wie die riesigen Haribopackungen in Deutschland, in denen 10 Gummibärchen einzeln verpackt sind, die aber letztendlich weniger Gummibärchen insgesamt haben und teurer sind.
Und nach dem Supermarktbesuch wird einem der Einkaufswagen oft zum Auto geschoben...

In der Mittelschicht haben die meisten Familien ein- oder zwei Frauen, die im Haushalt arbeiten. In meiner Familie auch. Nichts muss man selber machen. Vom Kochen, Waschen, Putzen, Bedienen?! wird alles von den Hausfrauen erledigt. In Huaraz gab es noch eine Gärtnerin und die Frauen in der Küche haben uns regelrecht bedient. Ich kam mir dabei oft sehr komisch vor, und hab dann meinen Teller oft selbst weggeräumt. Auch hab ich probiert nicht ständig, wie die anderen, ein neues Glas zu nehmen. Wenn 10 Leute (so viele waren wir dort) 5-10 mal am Tag ein Glas Wasser trinken, müssen die Frauen 50-100 Gläser spülen.. und wie viel Wasser das verbraucht.. Auch mit meiner Gastmutter hab ich mal gerechnet, was für einen Handtuchverbrauch wir in unserem Haus haben. Wir sind im Moment 9 Personen, jeder duscht einmal am Tag und nimmt jeden Tag 1-2 neue Handtücher (ich behalte mein Handtuch ein paar Tage..).
Wenn man nichts mehr selber machen muss, ist einem das anscheinend egal.
In meiner Familie hat man mir erzählt, dass viele Hausmädchen auch oft schlecht behandelt werden. Manchmal tragen sie extra Kleidung und dürfen nicht am selben Tisch sitzen (sind ja zum bedienen da und müssen jeden Wunsch erfüllen). In der Familie in der ich wohne ist Betty, die schon seit sie 15 ist hier wohnt und arbeitet, sozusagen ein Mitglied der Familie. Zum Glück wird sie "normal" behandelt, alle mögen sie gerne und für mich ist sie inzwischen zur der Person geworden, die ich am meisten mag in der Familie. So hab ich auch schon mit ihr zusammen gebacken, (ich spüle auch manchmal heimlich das Geschirr:-) und sie will mir beibringen wie man peruanische Gerichte kocht.
In meiner Familie isst man viel und gerne. Viele sind daher auf einer Art ständigen Diät, die doch nicht wirklich eingehalten wird. Auch für mich ist es sehr schwierig nicht ständig irgendetwas zu Essen "Theresa, ich hab dir Kekse mitgebracht"... mh ich bin zwar schon pappsatt aber.... mhm die sehen gut aus. Auch lacht man in meiner Familie viel. Und sie können gut über sich selber lachen. Man macht "liebevoll" gemeinte Witze über die Familienmitglieder, nennt sich gegenseitig "Gordo/a" (Dicker, Dicke..) oder "Burro" (Esel) und nimmt es sich gegenseitig nicht übel. Da ich schon die ganze Zeit am Klagen bin, dass ich auch zunehme, wurde ich auch schon "Gordita" (also noch nicht ganz so dick.. :) genannt. Das bedeutet also, dass ich als Familienmitglied akzeptiert wurde(;.
Kürzlich hab ich Zutaten für Cantuccini im Wörterbuch übersetzt, da Betty lernen wollte, wie man diese macht. Für Eier hab ich "cojones" gefunden. Für Mandeln ein Wort, dass offensichtlich etwas anderes bedeutet. Also bin ich in den Supermarkt und hab nach den Mandeln gefragt, als ich sie selber nicht gefunden hab. Der Mann im Supermarkt hat mich natürlich nicht verstanden (letztendlich konnte ich mich irgendwie verständlich machen..). Aber zum Glück hatten wir noch Eier zu Hause, sodass ich dannach nicht fragen musste, denn cojones sind keine Eier zum Essen.
...
Meine Familie, vorallem Gisella fand diese Geschichte so witzig, dass sie Tränen gelacht hat- und das den ganzen Abend. "Das muss in deinen Blog... that's the story of the year, no the best story I have ever heard". Eigentlich fand ich es nur so witzig, weil Gisellas Lachen so ansteckend ist..

Ich hoffe, dass ich jetzt kein schlechtes Bild von Peru und den Peruanern (oder von der Familie in der ich wohne) vermittelt habe, denn eigentlich sind die meisten wirklich sehr freundliche und lebenslustige Menschen. Sie helfen einem gerne weiter, auch wenn sie keine Ahnung haben, wo sich diese oder jene Straße befindet...

(:



1.Gisella, ich, Pedro, Jose, Jose Luis Coto, Mariafe, Beatriz Zevallos, Betty und die zwei meistens nervig kläffenden Hunde 2. Fiorella, die in Deutschland auch schon in meiner Familie gewohnt hat und mit meinem Bruder Jakob zusammen ist 3. Lorena-man weiß meistens nicht wo sie ist, ob sie schläft oder..

Montag, 5. November 2007

Huaraz, Ancash

Jetzt komme ich endlich mal dazu hier etwas zu schreiben.
Ich war von Mittwoch bis Sonntag in Ancash, einer Region nördlich von Lima. Dort besuchten wir den Bruder meiner Gastmutter. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 7 Stunden. Ständig änderte sich die Landschaft. Von der wüstigen Umgebung Limas, fuhren wir erst am Pazifik entlang, dann ins Landesinnere durch neblige (Zonas Neblinas) und fruchtbarere Landschaft und schließlich in die Anden hoch. Während Mariafe und Pedro einen Film schauten, konnte ich meinen Blick selten von der zum Teil wunderschönen Landschaft richten (auf den Bildern kommt sie nicht so schön raus...).
Am ersten Tag machten wir einen Spaziergang in das umliegende Tal. Ich spürte deutlich die Höhe (ca. 3000 Meter) und alles war ungewöhnlich anstrengend und ermüdend. Unser Spaziergang lief etwa so ab: Geht es hier weiter? Nein hier auch nicht.. Vielleicht können wir da unter dem Zaun durchkriechen und dann den Bach überqueren?? Wo sind denn eigentlich die anderen? Hm.. denen ist es glaub zu anstrengend...
Dort oben trafen wir auch eine Frau, die wie es schien, kein Wort Spanisch sprach. In den Andengebieten sprechen die meisten Menschen noch Quechua, insgesamt 7 Millionen Menschen in Südamerika.
Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug in die verschüttete Stadt Yungay. Nur vier Palmen blieben in der Stadt erhalten, die von einem Erdrutsch, ausgelöst von dem Erdbeben 1970, völlig mit Felsen und Schlamm bedeckt wurde. Gegenüber des höchsten Berges Peru, Huascarán (6.768 m) befindet sich der Friedhof mit einer riesigen Christusstatue. Außerdem wurden überall Blumen gepflanzt, die den Opfern gedenken sollen. Seltsames Gefühl dort entlangzulaufen...
Die neue Stadt wurde 1 ½ Kilometer von der originalen Stätte entfernt errichtet.
Am selben Tag gingen wir nach Huaraz, wo wir ein Eis aßen und auf einem Markt Obst und Gemüse einkauften. Hier tragen die meisten Frauen noch die traditionelle und typisch bunte Kleidung.
Am Samstag ging es noch weiter auf schätzungsweise 4000 Meter hoch zu einer wunderschönen Lagune nahe des Huascarán. Die "Straße" dorthin war alles andere als angenehm, der Ausblick zuerst auf das Tal und dann auf die schroffen Felswände, war dafür aber wieder sehr schön. Mit einem Boot fuhren wir auf die 27 Meter tiefe Lagune hinaus. Das Wasser dort hat eine ungewöhnlich schöne Farbe.

Ich habe jetzt ein Webalbum eingerichtet, da es sehr zeitraubend und schwierig ist, die Fotos hier im Blog schön anzuordnen.
Rechts befindet sich der Link.






Montag, 22. Oktober 2007

Pueblos Jovenes

Letzten Samstag hab ich mit einer kleinen deutschen Gruppe einen Ausflug in die Armenviertel von Lima gemacht. Die sogenannten Peublos Jovenes ("junge Dörfer") sind durch die großen Migrationswellen aus den umliegenden ländlichen Gebieten oder aus dem gesamten Land entstanden.
Es leben etwa zwei Drittel der Bewohner Limas in diesen Armenvierteln.



















































































































1. Armenviertel soweit das Auge reicht 2. Müllberge 3. Unsere Gruppe 4. - 5. Häuser die zum Teil nur aus Pappe/Holz und Wellblech bestehen 6. Trotz der Armut eine relativ reichaussehende Kirche!? Manchmal hab ich das n
icht so ganz verstanden, z.b. waren oft auch die Klamotten der Menschen dort nicht wirklich zu unterscheiden von den Klamotten "reicherer" Menschen und es gab Privatschulen... (?) 7. Villa El Salvador, die Partner"stadt" von Tübingen

Mittwoch, 17. Oktober 2007

El centro de Lima

Gestern sind Betty und ich mit dem Bus ins Stadtzentrum gefahren. Der Bus kostet hier nur einen Sol (ungefähr 25 Cent), ist aber auch etwas anstrengend, da es keine Bushaltestellen gibt. Der Bus hält also ständig an, wenn Leute aus- oder einsteigen wollen. Das kann auch alle 10 Meter sein. Wenn man einen Sitzplatz bekommt, ist das kein Problem doch Stehend konnte ich mich kaum auf den Beinen halten. Trotzdem würde ich gern öfters mit dem Bus fahren. Die gleiche Strecke mit dem Taxi kostet ca 7 Soles.
Das Stadtzentrum von Lima ist wirklich sehenswert. Nicht umsonst wurde es von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt... Auf dem Plaza Mayor befinden sich der Regierungspalast (bis heute der Amtssitz des Präsidenten von Peru), das Rathaus und die Kathedrale von Lima.
Nach dem Plaza Major machten Betty und ich eine etwa einstündige Führung im Kloster San Fransico. Dort befindet sich neben einigen interessanten Gemälden eine beeindruckende Bibliothek mit sehr sehr alten Büchern. Nach der Besichtigung der Bibliothek, Kapelle und einer Führung durch die mit Kacheln getäfelten Innenhöfe stiegen wir hinab in die Katakomben, die während der Kolonialzeit als Begräbnisstätte dienten und bis ins 19. Jahrundert der städtische Friedhof waren.
Ziemlich gruselig da es dort unter der Erde einige Höhlen voller Totenköpfen und Knochen gibt.
Beendet haben wir unsere kleine "Stadtrundfahrt" mit einem Touristenbus, mit dem wir auf einen Berg inmitten von Lima fuhren. Das erste mal bin ich durch eines der ärmeren Vierteln Limas gefahren. Als mir Jose von noch viel ärmeren Vierteln etwas außerhalb Limas erzählt hat, war ich dann schon auch geschockt. Man kommt wahrscheinlich nur sehr selten daran vorbei, deswegen habe ich davon noch nichts mit bekommen. Es war inzwischen dunkel geworden, als wir auf dem Berg ankamen und so hatte man einen Ausblick auf das
Lichtermeer Limas, welches unendlich zu sein schien. Auch wenn ich wusste, dass Lima 8 Millionen Einwohner hat,
hätte ich mir nie vorstellen können wir groß es wirklich ist.





































Plaza de Armas: 1/2. Kathedrale 3. Regierungspalast 4. Plaza de Armas 3. Typische Hozbalkone die überall in der Altstadt zu finden sind (Kathedrale) 4. Brunnen 5. Kathedrale in der Dunkelheit

6.
Monastario de San Francisco mit den Katakomben 7. Lichter von Lima